Der Wilde Osten

Nirgends ist Elektromobilität so verbreitet wie im Thurgau

7,4 Prozent der neu eingelösten Personenwagen waren 2019 im Kanton Thurgau mit elektrischem Antrieb ausgerüstet. Das ist mehr als das Dreifache gegenüber dem Vorjahr und der absolute Spitzenwert unter den Kantonen, wie die Abteilung Energie im Thurgau bekannt gibt.

Der Schub bei den Elektrofahrzeugen im Thurgau lasse sich auf die klare Förderstrategie des Kantons zurückführen, die neben finanzieller Unterstützung auch die breite Information der Bevölkerung zum Thema Elektromobilität umfasst. Das schreibt die Thurgauer Staatskanzlei. Wer sich im Thurgau ein Elektro- oder ein Wasserstoffauto anschaffte, erhielt im vergangenen Jahr eine Umstiegsprämie von 4000 Franken. Dabei ist diese Förderung an zwei Bedingungen geknüpft: Der Halter muss ein altes Fahrzeug der gleichen Kategorie ausser Verkehr setzen und darf für den Betrieb des Elektromobils nur erneuerbaren Strom beziehen. Ergänzend spricht der Kanton deshalb einen Beitrag, wenn im Zuge des Autokaufs eine Solarstromanlage erweitert oder neuinstalliert wird.

Spitzenreiter in der Schweiz

Im vergangenen Jahr hat der Kanton rund 400 Umstiegsprämien zugesichert. Wie Zahlen des Bundes zeigen, ist der Anteil von Elektroautos an neueingelösten Personenwagen im Thurgau von 2 Prozent im Jahr 2018 auf 7,4 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Dieser Wert ist der höchste aller Kantone und liegt deutlich über dem nationalen Anteil von 4,25 Prozent. Regierungsrat Walter Schönholzer, unter dessen Federführung die Umstiegsprämie konzipiert wurde, zieht eine positive Bilanz: «Die Förderung stösst auf grosses Interesse. Sie kurbelt nicht nur die Verkaufszahlen an, sondern gibt der Bevölkerung auch die Gewissheit, dass sie mit einem Elektroauto auf eine saubere und zukunftsfähige Technik setzt.» Dass den Gesuchstellern eine saubere Mobilität wichtig ist, zeigt sich auch beim Bonus Solarstromanlage: Bei 20 Prozent aller eingegangenen Gesuche wurde zeitgleich eine Solarstromanlage installiert um den benötigten Strom für das Fahrzeug selbstständig und erneuerbar zu produzieren. So schliesst sich der Kreis zur umweltverträglichen Mobilität.

CO2-Senkung im Verkehr

Für Schönholzer schliesst die Umstiegsprämie eine Lücke im Fördersystem. Während es gelinge, die CO2-Emissionen aus Brennstoffen für Heizungszwecke seit 1990 kontinuierlich zu senken, steigen jene aus Treibstoffen weiter an. Die Mobilität auf den Strassen verursache heute in der Schweiz rund einen Drittel aller CO2-Emissionen. Die Förderung im Bereich der Mobilität, mit dem Ziel den CO2-Ausstoss des Verkehrs zu senken, ist seiner Meinung nach nur eine logische Konsequenz. Der hohe Anteil an rein elektrischen Fahrzeugen schlägt sich denn auch im CO2-Ausstoss der Neuwagenflotte nieder. So hat der Kanton Thurgau mit 133 g CO2/km den tiefsten Wert aller Kantone. Den höchsten Wert zeigt der Kanton Zug mit 151 g CO2/km.

Förderung vereinfachen

Per 1. Januar 2020 hat der Kanton die Umstiegsprämie in Folge der grossen Nachfrage auf 3500 Franken gesenkt. Wie Regierungsrat Walter Schönholzer betont, möchte der Kanton unnötig hohe Förderbeiträge verhindern und einen möglichst zielgenauen Anreiz für eine Verhaltensänderung setzen. Ihm schwebt auch vor, dass der Bund die Elektromobilität mit einem Teil des Ertrags aus der CO2-Abgabe fördert – in Ergänzung zur Förderung im Gebäudebereich. «Keine andere Massnahme kann pro eingesetztem Förderfranken so viel CO2 vermeiden, wie die finanzielle Unterstützung umweltfreundlicher Fahrzeugantriebe», betont er.

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