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«Zu unserer Überraschung hat MARINA zugesagt»

Fabian Egger hat geschafft, wovon viele träumen: eine internationale Musikkarriere. Demnächst steht beim Wahl-Amerikaner sogar ein Auftritt im Madison Square Garden an. Wie gross die Nervosität ist, verrät er im Interview.

Du hast in deiner Karriere nicht nur in Amerika sehr viel erreicht – ein Konzert mit Nicki Minaj und Drake, Treffen mit Quincy Jones oder ein Meeting mit Kanye West sind nur einige davon. Nun wartet das nächste Highlight: Ein Auftritt im Madison Square Garden. Wie kam es dazu?

Das war ziemlich natürlich. Ich bin seit drei Jahren der Musical Director und Schlagzeuger für MARINA. Ihr Management «Crush Music» managt viele andere Rock- Stars, inklusive «Panic ! at the Disco». Jemand bei Crush hatte die Idee, dass eine gemeinsame Tour Sinn machen würde – weil sich beide Künstler in derselben Musik-Sparte befinden und die Emo-Rock-Fans es sicher schätzen würden. Zu unserer Überraschung hat MARINA zugesagt. Sie macht normalerweise keine Tours mit anderen Künstlern. Somit haben wir die Liste aller Venues bekommen, die nebst einigen der grössten Arenas der USA eben auch die legendärste Arena der Welt, den Madison Square Garden, beinhaltet.

Mal ehrlich: Wie sehr liegen die Nerven blank vor so einem Auftritt?

Nervosität gibt es bei uns in der Zwischenzeit fast keine mehr. Aber wir nehmen die Energie der Vorfreude und die Spannung der rund 20’000 Fans wahr, die sich bei uns während der Show in einem mega Adrenalin-Schub äussert. Ich kann deshalb nach einer Show auch nie direkt schlafen und brauche meistens zwei bis drei Stunden, bis mein Körper von diesem High heruntergekommen ist.

Das alles tönt natürlich unglaublich. Aber du arbeitest auch hart dafür. Freunde und Familie kommen zu kurz, weshalb du eine Zukunft als Künstler-Manager anstrebst. Wie weit bist du da?

Ich bin momentan noch voll auf meine Karriere als Music Director, Produzent und Musiker fokussiert. Bereits jetzt helfe ich aber einigen Künstlern und Produzenten mit meinen Connections im Musikbusiness aus. Da ich durch die Natur meines Jobs mit praktisch allen der Major Labels und allen berühmten Management Firmen verknüpft bin, bin ich mir sicher, dass der Übergang zur Businessseite der Musikindustrie sehr organisch zu Stande kommen wird.

Ich hatte auch bereits Corporate-Job-Angebote von verschiedenen Firmen als Music Supervisor in deren Musik Departement – beispielsweise kürzlich eine mit der grössten Gaming Firmen der Welt. Ich bin mir deshalb sicher, dass sich diesbezüglich die entsprechenden Türen öffnen werden, sobald die Zeit gekommen ist.

Du bist schon viele Jahre in Amerika, die letzten beiden waren aber wohl für alle eine Umstellung. Es gab deshalb einige, die wieder zurückgewandert sind. Welche Pläne verfolgst du da? Ist das Pendeln immer noch aktuell?

Das Pendeln ist sehr aktuell. Ich freue mich nach wie vor darüber, auch mit Künstlern aus Europa zusammenzuarbeiten. Ich möchte das auch weiterhin noch mehr forcieren. Es gibt diesbezüglich auch einige Gespräche, die bereits im Gange sind für 2023.

Es ist in der Tat wahr, dass die Pandemie sehr viele Arbeiter aus der Musikindustrie dazu gezwungen hat, einen «regulären» Job anzunehmen. Dies hat zu einem Fachkräftemangel geführt, der zusammen mit der extrem hohen Nachfrage nach Festivals und Konzerten zu einem massiven personellen Engpass geführt hat. Dies ist sicher einer der Gründe, weshalb mein Team und ich dieses Jahr restlos ausgebucht sind.

Seit wenigen Tagen ist nun auch die Testpflicht bei der Einreise in die USA gefallen, die Sommerferien stehen vor der Tür. Merkt ihr schon, dass wieder mehr Touristen kommen und entsprechend mehr los ist?

Ich bin gerade erst nach Los Angeles zurückgekehrt und hatte noch wenig Zeit, mich in der Stadt zu bewegen. Aber an allen Orten, an denen ich kürzlich gewesen bin, ob Miami, Kopenhagen, Paris, London, oder eben LA, sieht es diesbezüglich ähnlich aus. Es ist jedoch schon möglich, dass an Touristenorten wie dem Walk of Fame, den Universal Studios oder im Disney Land in Anaheim nun wieder mehr los ist. Zuerst müssten dann die Airlines aber ihre eigenen Engpässe in den Griff bekommen. Momentan haben sie kaum die Kapazität, welche sie vor der Pandemie hatten. Die Touristen kehren also schleichend zurück (lacht).

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