Der Wilde Osten

Dem Landammann Paroli bieten

Was macht eine junge Frau Anfang zwanzig im 21. Jahrhundert an der traditionellen, männerdominierten Innerrhoder Landsgemeinde? Richtig! Sie zeigt dem Landammann Daniel Fässler, wie der Hase läuft.

In Zeiten von Fake News, Überflutung durch (unnütze) Meldungen und einer Digitalisierung, die den Informationsfluss immer noch schneller werden lässt, werden fundierte Facts immer essenzieller. Genau dafür hat Adriana Hörler ihre Stimme erhoben und dem Landammann vor versammelter Mannschaft glatt die Show gestohlen.

Nicht auf den Mund gefallen

So direkt und ehrlich wie die Appenzellerin Adriana Hörler halt ist, las sie an der letzten Landsgemeinde Daniel Fässler doch gleich mal die Leviten. Vor 5ʹ000 Anwesenden stieg die Jus-Studentin auf den Stuhl, um im stockkonservativen Appenzell ihre Meinung kundzutun. Sie klagte die einseitige Informationspolitik in Bezug auf den Appenzeller Spitalneubau an. Die Bevölkerung wurde in den Augen der 21-Jährigen schlichtweg zu wenig neutral und fundiert informiert. Und der Landammann Daniel Fässler habe die Landsgemeinde nicht korrekt geführt.

Alten Klischees zum Trotz!

1991 wurde im Innerrhodischen gerade mal das Frauenstimmrecht eingeführt, 2018 schüchtert dies jedoch die jungen Leute nicht mehr ein. Auch Hörler nicht. Sie studiert in Bern Jura. Am Wochenende verbringt sie aber viel Zeit in ihrer Heimat, da sie für den FC Appenzell das Mittelfeld (un)sicher macht. «Die Appenzeller sind ein eigenes, cooles Völkli», so Hörler über die Bewohnerinnen und Bewohner ihrer Heimatstadt. Obwohl trotz vieler Traditionen alles liberaler geworden ist, hatte die Jus-Studentin bei ihrer Aktion doch etwas weiche Knie. Doch die zierliche junge Frau in geblümtem Kleid vertrat mit fester Stimme ihre Meinung vor den Regierungsräten und dem Landammann – was definitiv für Aufruhr gesorgt hat.

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