Volkswirtschaftsdepartement Kanton Appenzell Innerrhoden

Die Region stärken

Mit Hilfe der Neuen Regionalpolitik (NRP) werden innovative Projekte umgesetzt. Bund und Kanton haben damit ein Förderinstrument geschaffen, welches zur Stärkung der ländlichen Räume, Grenzregionen und Berggebiete beiträgt. So sollen Arbeitsplätze geschaffen und erhalten werden, was massgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den urban geprägten Kantonen beiträgt.

Im Rahmen des Umsetzungsprogramms 2016 – 2019 wurden verschiedene Projekte mit unterschiedlichen Zielen umgesetzt. Als Beispiele sind folgende Projekte zu nennen: Die Initiative «Arbeitswelt Innerrhoden» und die Eröffnung des Coworking-Space «Frischloft» hatten zum Ziel, die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Arbeitnehmende (Lernende, Wiedereinsteigerinnen) zu verbessern. Die Einführung der neuen Marke «Appenzeller Beef» und das Projekt «Appenzeller Dinkel» sind im Bereich der Wertschöpfungssteigerung für einheimische Unternehmen angesiedelt. Das Solarfaltdach auf dem Parkplatz der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg ist ein Partner-Projekt mit der SAK und verbindet ökonomische und ökologische Ziele.

Ziele des Programms 2020 – 2023

Mit den Erfahrungen aus dem vergangenen Umsetzungsprogramm wurde die Grundlage für das aktuell laufende Programm erarbeitet. Zu diesem Zweck wurden verschiedenste Kennzahlen in den Bereichen Bevölkerung, Wirtschaft, Tourismus, öffentlicher Haushalt und Lebensraum erhoben und analysiert. Dieses umfangreiche Gesamtbild wurde mit der kantonalen Wirtschaftsentwicklungsstrategie abgestimmt. So sind die Ziele für das Umsetzungsprogramm 2020 – 2023 entstanden. Der Fokus liegt auf zwei Schwerpunkten: Stärkung des Werkplatzes AI und Förderung der Tourismusdestination Appenzell. 2020 wurde die NRP mit einem zusätzlichen Fördermittel ergänzt, welches sich teilweise von den Kriterien der regulären NRP unterscheidet.

Die NRP-Pilotmassnahmen für die Berggebiete (kurz: Berggebietsprogramm) bieten den Antragstellenden sowie den Entscheidungsträge-rinnen und Entscheidungsträgern etwas mehr Spielraum im Bereich der einzelbetrieblichen Förderung oder der Unterstützung von Kleininfrastrukturen.

Funktionierende Wirtschaft

Grundsätzlich prosperiert die Innerrhoder Wirtschaft; etliche Industrie- und Handelsunternehmen sorgen für attraktive Arbeitsplätze und die vielfältigen Angebote der touristischen Leistungsträger werden rege genutzt. Dennoch gibt es Faktoren, welche als schlechte Rahmenbedingungen angesehen werden müssen. Dazu gehören der Mangel an Fach- und Führungskräften, zu wenig verfügbares Gewerbe- und Industrieland und die noch ungenügende Breitbanderschliessung. Um dem entgegenzuwirken, wurden sieben Handlungsbereiche definiert, um den Werkplatz Appenzell Innerrhoden zu stärken. Einer dieser Schwerpunkte betrifft Massnahmen im Bereich der Digitalisierung.

Im folgenden Interview erläutert Livia Mosimann, Projektmitarbeiterin Neue Regionalpolitik beim Amt für Wirtschaft, weitere Details dazu.

Welche Personen / Organisationen waren für die Ausarbeitung des NRP-Konzepts 2020 – 2023 verantwortlich?

Livia Mosimann: Die Mitwirkung von verschiedenen Anspruchsgruppen war uns wichtig. Das Konzept für das Umsetzungsprogramm 2020 – 2023 wurde vom Amt für Wirtschaft erarbeitet und von der Standeskommission bewilligt. Die Ausarbeitung erfolgte unter Einbezug der Wirtschaftsverbände (KGV, HIKA), der Ansprechpartner aus anderen Departementen (BUD, LFD), sowie dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Im NRP-Programm 2020 – 2023 ist die Projekt-idee «Appenzell Digital» (Gründung eines Vereins) erwähnt. Ist eine solche Organisation für Appenzeller Innerrhoden geplant?

In einigen Kantonen, z.B. im Thurgau sind Strukturen aufgebaut worden, um Projekte rund um die Digitalisierung zu unterstützen. Wir haben auf die Schaffung einer zusätzlichen neuen Organisation mit Geschäftsstelle etc. verzichtet und widmen uns konkreten Projekten. Um auf den zunehmenden Strukturwandel im Detailhandel in der Schweiz zu reagieren, wurde das Projekt «Digitalisierung Einkaufszentrum Appenzell» initiiert. Es soll Antworten auf das sich verändernde Kaufverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten bieten, bei welchem Onlineshops und online Werbung zunehmend an Relevanz gewinnen. Der Verband Detailhandel Appenzell (VDA) wollte mit diesen Entwicklungen Schritt halten und die langfristige Existenz des Detailhandels in Appenzell sichern. Aus diesem Projekt entstanden verschiedene Aktivitäten und Kampagnen, wie zum Beispiel «Speziöll z’Appezöll» oder die Online-Kampagne für die «Frühlingstage». Andere Massnahmen, wie die Einführung eines autonom fahrenden Pendelbusses zwischen Zielplatz, Hauptgasse und Brauereiplatz wurden hingegen aus Kostengründen nicht weiterverfolgt.

Wie ist der aktuelle Stand der Massnahmen und Projekte im Bereich Digitalisierung? Welche sind es konkret?

Bisher konnten im Umsetzungsprogramm 2020 – 2023 drei Projekte im Bereich Digitalisierung initiiert werden. Zum einen das Projekt der Prodartis AG «IN.AI – Individualisiertes Design von Nahrungsmittel aus AI»: In verschiedenen Vorprojekten werden Lebensmittelformen mit mehrheitlich digitalen Prozessen hergestellt. Das Projekt wird mit verschiedenen Lebensmittelproduzenten aus dem Kanton umgesetzt. Zum anderen ein Projekt der Wyon AG und der Sonderegger Automation GmbH, welches die Konzeption einer Kleinserie-Produktionsanlage für Batterien zum Ziel hat. Zudem wurden die Vorbereitungsarbeiten zum Projekt Breitbanderschliessung, das an der kantonalen Urnenabstimmung vom Mai 2020 mit 81,8 Prozent befürwortet wurde, massgeblich durch die NRP mitfinanziert.

Wer kann einen NRP-Antrag stellen? Welche Bedingungen und Kriterien müssen erfüllt sein?

Die Antragsstellung steht grundsätzlich jeder Unternehmerin und jedem Unternehmer, sowie sonstigen Körperschaften wie Vereinen oder Stiftungen mit Sitz im Kanton Appenzell Innerrhoden offen. Allerdings unterliegen NRP-Projekte gewissen Kriterien. So muss ein NRP-Projekt zum Beispiel einen Beitrag zu einer regionalen Wertschöpfungskette liefern oder eine bestehende Wertschöpfungskette verlängern. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Überbetrieblichkeit. NRP-Projekte sollen die Kooperation und der Austausch zwischen Unternehmen in der Region fördern und somit müssen Anträge von mindestens zwei Parteien eingereicht werden. Das Amt für Wirtschaft steht jederzeit für eine Kontaktaufnahme bereit, um eine Projektidee zu besprechen und um gemeinsam zu prüfen ob ein passendes Förderinstrument vorhanden ist.

 

(Bild: Solarfaltdach auf dem Parkplatz der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg)

Volkswirtschaftsdepartement Kanton Appenzell Innerrhoden

Das Volkswirtschaftsdepartement (VD) beschäftigt sich mit volkswirtschaftlich relevanten Themen wie Arbeit, Öffentlicher Verkehr, Wirtschaftsförderung und Regionalpolitik, Grundbuch und Handelsregister und ist somit dienstleistungsorientiert. Die Mitarbeitenden des Departements setzen sich für die Innerrhoder Bevölkerung und Wirtschaft ein. Ziel ist die nachhaltige Stärkung und Entwicklung des Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsstandorts Appenzell I.Rh.

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