Kantonsspital St.Gallen

Ein Playmobil-Modell für die neue Notaufnahme

Der Um- und Neubau des Kantonsspitals St.Gallen ist in vollem Gange. Auch die Zentrale Notaufnahme wird zu einem der Herzstücke des Grossprojekts. Der Chefarzt der Zentralen Notfallaufnahme Dr. Robert Sieber ist dabei ein wichtiger Sparringpartner für Architekten und Bauverantwortliche.

«Die Notfallstationen wachsen weltweit und diese Entwicklung schreitet unaufhaltsam voran», so Chefarzt Dr. Robert Sieber, der bereits in Bern, Manchester, Lugano und seit 2017 wieder in St.Gallen arbeitet. Gemäss Sieber hat dies verschiedene Gründe: Einerseits spielt die wachsende Zahl der betagten Patienten eine Rolle, andererseits hat es damit zu tun, dass immer mehr Menschen keinen Hausarzt mehr haben und somit auch mit einfachen Erkältungen oder kleinen Schnittwunden die Notfallstation aufsuchen. «Heute behandeln wir im Notfall nicht mehr nur Schwerverletzte oder -kranke, sondern auch Bagatell-Fälle.»

Zig Anforderungen an eine Notfallstation

Aufgrund dieser Veränderungen wurden auch die Anforderungen an eine Notfallstation neu ausgelegt. Aktuell ist die Station eher unübersichtlich, die Gänge eng und die Wege zu kompliziert und verwinkelt. Heutzutage muss die Zentrale Notfallaufnahme vielen Ansprüchen gerecht werden. Der Bandbreite von einem einfachen Bienenstich bis zu komplizierten Herzverletzungen, von hochfrequentierten Zeiten mit Angehörigen, die Patienten begleiten, bis zu ruhigeren Momenten in der Nacht, wo sich aber doch niemand verloren fühlen sollte, und von älteren unselbständigen Personen bis zu jüngeren Patientinnen und Patienten, die zum Beispiel zu Fuss zur Röntgenstation gehen können – dieser Bandbreite muss eine moderne Zentrale Notaufnahme gerecht werden. Wichtig sind dabei übersichtliche Räumlichkeiten, logische Abläufe, kurze Wege und eine angenehme Atmosphäre. Und das nicht nur den Patienten zu Liebe: Enge Gänge und Lärm lösen auch bei Mitarbeitenden schneller Stress aus, was sich wiederum auf die Qualität der Behandlung auswirkt.

Ein Modell sagt mehr als tausend Pläne

Um all diesen Anforderungen, verschiedenen Bedürfnissen und räumlichen Bedingungen gerecht zu werden, braucht es eine ausgeklügelte und mehrdimensionale Bauplanung, bei der nicht nur Architekten und Bauverantwortliche involviert sind, sondern eben auch Personen wie Chefarzt Dr. Robert Sieber, der die ganze Planung aus einer sehr praktischen und menschlichen Perspektive betrachtet. «Wir Ärzte müssen von Anfang an dabei sein», sagt er schlicht. Er bezieht damit sich und das ganze Team der Zentralen Notaufnahme des Kantonsspitals St.Gallen in den Umbau mit ein. Es wird viel Zeit investiert, um die Baustelle zu besuchen, Fortschritte zu verfolgen und zusammen wieder kritisch auf den aktuellen Stand zu blicken. Doch zuerst einmal ist Planung gefragt: «Ich möchte die neue Notaufnahme als Playmobil-Modell sehen.» Dass Pläne auf Papier Tücken haben, weiss Dr. Robert Sieber nämlich gut. Er erinnert sich, wie einst ein Schreiner eine Kommode gemäss Plan in einem seiner Behandlungsräume aufgebaut hat. Sie passte perfekt – bis das erste Bett dann durch die Türe geschoben wurde und es kein ungehindertes Durchkommen gab. «Wie gut das geplante effektiv funktioniert, zeigt sich erst später im wirklichen Spitalalltag», so Sieber.

Wohlbefinden an oberster Stelle

Dr. Robert Sieber hat seinen Traumberuf gefunden. Er ist glücklich als Notfallarzt und verwendet für seinen Alltag in der Notfallaufnahme auch gerne das Wort «daheim». Sein grösstes Anliegen ist damit klar: Es sollen sich alle wohlfühlen können – trotz Ausnahmesituation.

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