Die Ostschweiz

Die Ostschweiz und der Wilde Osten

Im Gespräch mit den Gründern Marcel Baumgartner und Stefan Millius stellen wir unseren Kooperationspartner Die Ostschweiz vor und sprechen darüber, was sie zum Wilden Osten beitragen und wie sie in Zeiten von Covid-19 Journalismus betreiben.

Herr Baumgartner, Herr MilliusWer ist Die Ostschweiz? 

Träger von Die Ostschweiz ist die Ostschweizer Medien AG mit den beiden Gründern des Mediums, Marcel Baumgartner und Stefan Millius, und einer Reihe von Investoren aus der Ostschweiz. Unter der Marke Die Ostschweiz geben wir verschiedene digitale und gedruckte Medien heraus. 

 

Was ist das Ziel Ihres Mediums? 

Unser oberstes Ziel ist der Erhalt beziehungsweise die Wiedererlangung der Medienvielfalt in der Ostschweiz. Die Medienkonzentration schreitet auch hier voran, verbunden mit der Entwicklung in Richtung grosser, überregional tätiger Medienhäuser. Darunter leidet langfristig das Regionale und Lokale. Zudem will Die Ostschweiz eine Klammer für unseren Landesteil bilden, indem sie die wichtigsten Ereignisse aus St.Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell abbildet und das gegenseitige Verständnis fördert. 

 

Welche Massnahmen tragen zur Zielerreichung bei? 

Nach dem Start der Onlinezeitung im April 2018 geben wir seit Februar 2020 ein Printmagazin heraus, das sechs Mal pro Jahr erscheint und eine vertiefende Ergänzung bilden soll. Ebenso haben wir eine App lanciert, in welcher zusätzlich auch eine digitale Sonntagsausgabe integriert ist. Diese zusätzlichen Produkte sollen verschiedene Lesebedürfnisse befriedigen und dafür sorgen, dass die Marke Die Ostschweiz weiterverbreitet wird. 

Die Ostschweiz ist seit 2019 Kooperationspartner des Wilden Osten  warum? 

Weil der Wilde Osten in einem anderen Bereich dasselbe will wie wir: Die Ostschweiz stärken. Es braucht dazu eine Vielzahl von Massnahmen. Wir sprechen beide ein Publikum an, das sich stark mit unserer Region identifiziert. 

Wodurch zeichnet sich in Ihren Augen die Initiative Wilder Osten aus? 

Es gibt viele Bestrebungen, Menschen in der Ostschweiz zu vernetzen und den Standort zu stärken, darunter zahllose Veranstaltungen von Verbänden und so weiter. Was ihn auszeichnet, ist, dass der Wilde Osten nicht einfach «mehr vom selben» ist, sondern einen eigenständigen, originellen Weg geht. 

Ein Grund der Initiative ist der Fachkräftemangel in der Ostschweiz. 

Der Fachkräftemangel ist in der Ostschweiz ganz offensichtlich ein Problem. Das zeigt sich daran, dass er nicht nur von Akademikern herbeigeschrieben wird, sondern dass die Unternehmen – zu denen wir einen engen Draht haben – ganz konkret aus der Praxis davon berichten. Leider kann das Problem nicht über Nacht verschwinden, das ist Aufbauarbeit, die jetzt angegangen werden muss, damit es in einigen Jahren besser aussieht. 

Was meinen Sie dazu, dass viele junge Leute abwandern und nicht in der Ostschweiz bleiben? 

Die heutige Generation ist sehr mobil und auch emotional oft nicht mehr an die «Heimat» gebunden. Man geht dorthin, wo sich die besten Chancen bieten. Aber wenn die Ostschweiz im Bereich Bildung und Arbeitsplätze auf Augenhöhe mit anderen Regionen agiert, gibt es weniger Gründe, sie zu verlassen. Entsprechend muss sehr früh angesetzt werden. Eine weitere Herausforderung ist, dass die Ostschweiz natürlich viel mehr bietet, als vielen bewusst ist. Klischees wie jenes, dass man für eine Karriere nach Zürich muss, sind tief verwurzelt. Hier ist auch Information gefragt. 

Wie schätzen Sie die Attraktivität der Ostschweiz ein? 

Es klingt schnell nach Postkartenidylle, aber es ist eine Tatsache: Die Kombination aus Urbanität, Bergluft und Seeluft findet sich nicht in vielen anderen Regionen so ausgeprägt wie in der Ostschweiz. Hier lässt sich die berufliche Laufbahn mit sehr viel Lebensqualität verbinden, und das auf kleinem Raum. Aber auch hier gilt: Wir sind uns dessen im Klaren, Leuten von auswärts ist es oft zu wenig bewusst. 

Welche Massnahmen sehen Sie, um das Bewusstsein über die Attraktivität der Ostschweiz zu stärken?

Es braucht viel mehr Botschafter in Form von herausragenden Leistungsträgern, seien es Unternehmen oder Einzelne. Letztendlich spricht man selten von Regionen, sondern viel eher von einzelnen Personen oder Marken. Je mehr Leuchttürme in der Ostschweiz stehen, desto eher sind wir auf der Landkarte wahrnehmbar. Parallel dazu müssen wir uns in Sachen Standort, Mobilität, Infrastruktur und so weiter in Schuss halten. Ohne die richtigen Rahmenbedingungen kommen wir nicht vorwärts.  

Welche Partner fehlen dem Wilden Osten aus Ihrer Sicht im Moment noch, um die Initiative voran zu treiben? 

Es braucht in erster Linie eine grosse Diversität, es wäre falsch, sich auf bestimmte Sektoren oder Branchen zu konzentrieren. Natürlich hat die Ostschweiz wirtschaftliche Schwerpunkte, aber was uns auszeichnet, ist auch die Vielfalt, die weiter gefördert werden sollte. 

Welchen Beitrag leistet Die Ostschweiz, um die Ostschweiz attraktiv zu machen bzw. zu halten? 

Wir wollen zum einen sichtbarer machen, was schon da ist, indem wir über Erfolgsgeschichten berichten. Gleichzeitig wollen wir auch zu solchen anstossen, indem wir Ideen Raum geben, Querdenker zu Wort kommen lassen und mit provozierenden Aussagen Debatten anstossen. Wir sehen uns nicht nur als berichtendes, sondern auch auslösendes Medium. 

Warum sind Sie stolz, Teil des Wilden Osten zu sein? 

Damit legen wir ein klares Bekenntnis zu unserer Region aund leben dieses auch aktiv. 

Zum Schluss noch eine Frage zur aktuellen Situation: Wie beeinflusst Covid-19 Die Ostschweiz? 

Die aktuelle Situation ist auch für unser Unternehmen eine enorm grosse Herausforderung. Das reine Arbeitsvolumen ist keineswegs geringer geworden, die Umsätze sind von heute auf morgen aber förmlich zusammengebrochen.  Zudem ist es nicht immer einfach, all die negativen Meldungen, die uns erreichen, zu verdauen. Uns kontaktieren Geschäftsführerinnen und -führer, die Angst davor haben, alles zu verlieren. Wir haben mit Leserinnen und Lesern zu tun, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Manchmal geht es für sie darum, diese Sorgen einfach irgendwo zu deponieren, manchmal erhoffen sie sich durch uns Hilfe. Was man auf dieostschweiz.ch rund um die Situation in der Ostschweiz liest, ist nur ein Bruchteil dessen, was aktuell abläuft. Würden wir alles aufgreifen, wäre das die geballte Ladung. Klar, man könnte als Zeitung auf Panik machen und so die Klickzahlen erhöhen. Wir wollen aber konstruktiv bleiben und dabei auch die Informationspflicht der Medien nicht vernachlässigen. Das ist teilweise ein schwieriger Spagat.  So informieren wir einerseits sachlich und versuchen andererseits mit der Aktion «viral» auch zu unterstützen, indem wir Beispiele von Firmen publizieren, die der Situation mit gezielten Massnahmen die Stirn bieten möchten.  

Dem Wunsch zahlreicher Leserinnen und Leser nach weniger panikmachenden Beiträgen entspricht Die Ostschweiz ausserdem mit einer Coronafreien Ruhezone, dem «Séparée». Dabei handelt es sich um eine eigene Unterseite, auf der alle Beiträge publiziert werden, die nichts mit dem Virus zu tun haben. So erhalten auch diese Meldungen wieder mehr Beachtung und ertrinken nicht in der Virenflut. 

 

Die Ostschweiz

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