Gut zu wissen

Fun Facts zu den vier Ostschweizer Kantonen

Kaum ein anderer Fleck in der Schweiz scheint so bodenständig und charmant ihre Traditionen und Bräuche zu leben wie derjenige des Wilden Ostens. Gleichwohl zeigen innovative und technologiegetriebene Unternehmen ihren zunehmenden Stellenwert in der Region. Direkt am Bodensee und an den Füssen schönster Berglandschaften bietet die Ostschweiz Naturkulissen, die unvergessliche Erlebnisse ermöglichen. Das Leben im Wilden Osten ist attraktiv - das widerspiegelt sich auch in den wachsenden Einwohnerzahlen. Einige Fun Facts zu unseren vier Wilden Kantonen zeigen, wie einmalig die Ostschweiz ist.

St.Gallen (SG)

Dass die Stadt St.Gallen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert die Hochburg der Stickerei war, ist wohl den meisten bekannt. So trafen reiche internationale Kaufleute im Wilden Osten ein, um edle Stoffe aus der Ostschweizer Metropole zu erwerben. Und auch noch heute stammt ein halbes Prozent der Weltproduktion an Textilien aus St.Gallen, darunter die grossen Marken Chanel und Dior. Doch was haben die beliebten «Drei Weieren» mit der St.Galler Stickerei gemeinsam? Die Badeseen wurden im 17. Jahrhundert künstlich angelegt, um die Wasserversorgung der Textil-Bleichen sicherzustellen. Doch schon bald wurden die drei Weiern als erholsames Ausflugsziel genutzt. An den Namen «Manne- und Buebeweiher» und «Frauen- und Familienbadi» wird klar- damals wurde streng nach Geschlechtern getrennt.

Thurgau (TG)

Rund, rot, gelb oder grün und ein grosser Star unter den Thurgauer:innen. Die Rede ist natürlich vom «Apfel». Nirgends in der Schweiz werden mehr Äpfel angebaut und geerntet wie im Thurgau. Im Osten der Schweiz gehören sowohl Obstanbau als auch Mostherstellung zur Identität des Thurgaus. Mit 200 verschiedenen Apfelsorten und 210’000 Hochstamm-Apfelbäumen macht der Name «Mostindien» dem Kanton aller Ehren. Was? Indien im Wilden Osten? Die Bezeichnung tauchte erstmals 1853 in der Wochenzeitschrift «Postheiri» als kolonialer Spitzname für den Kanton Thurgau auf. Die Wortkombination widerspiegelt die signifikante Bedeutung der Apfelkultur, wobei «Indien» die Form des Kantons anspielen soll.

Appenzell Ausserrhoden (AR)

Die Szenerie scheint aus einer Filmsequenz von «Heidi» zu stammen: Eine Schare von Kühen geführt von Ziegen gehen ihren Weg. Darunter zeigen sich eine handvoll Männer in aufwändig gekleideten Outfits. Zum Schluss läuft der stolze Besitzer der Vieherde mit dem Appenzeller Sennenhund, der die Herde im Blick hat. Um Mitternacht wird zum langen Marsch auf die Alp aufgebrochen. Im Hintergrund übertönen schallende Senntumsschellen das dumpfe Muhen.Diese Szenerie findet jährlich am wichtigsten Festtag der Bauern statt: Die Alpfahrt. Im Gegensatz zum Appenzell Innerrhoden, wo die Dörfer im Spätsommer an vielen Nachmittagen das Ende der Alpzeit mit Schellenklängen und Naturjodel verkünden, feiern die Appenzell Ausserrhodener am Fuss des Säntis den Alpabtrieb an einem Tag im Spätsommer.

Appenzell Innerrhoden (AI)

Kaum ein anderer Kanton lebt Tradition wie der Appenzell Innerrhoden. Mit dem Hochhalten der rechten Hand wird jedes Jahr am letzten Sonntag des Aprils auf dem Landgemeindeplatz abgestimmt. Als eines der zwei letzten Schweizer Kantone, wird deutlich: die Staatsgewalt liegt beim Volk. Der Tag startet mit dem Festgottesdienst um 9 Uhr in der Pfarrkirche St.Mauritius und bewegt sich um 12 Uhr zum Schauplatz. Die magische Formel lautet «S Woot isch frei»: Damit ist die Tribüne für persönliche Anliegen und Kritik eröffnet. Jede Vorlage darf diskutiert und jeder Wahlvorschlag zugerufen werden. Mit dem Eid des Landammans und des Landvolks, bewahren sich Traditionen seit dem Jahr 1409. Eine Tradition, an welche sich die Mehrheit der Bevölkerung festhält.

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