Der Wilde Osten

Ein Onlineshop fürs Toggenburg

Wegen der Corona-Krise bleiben auch im Toggenburg viele Läden geschlossen. Neu haben die Geschäfte die Möglichkeit im «Toggenburger Shop» ihre Waren an die Kundschaft zu bringen – inklusive Lieferdienst. Bildcollage: Collage: Mykhailo Zinchenko

Der St. Galler Kantonsrat und Stadtpräsident von Lichtensteig Mathias Müller ist eines der Gründungsmitglieder des gemeinnützigen Vereins «Toggenburg digiTal». Die Idee: Der stationäre Handel im Toggenburg soll möglichst rasch digitalisiert werden. In einem ersten Schritt konzentriert sich das Projekt auf diejenigen Ladengeschäfte, die aufgrund der Corona-Krise geschlossen werden mussten. Dazu startete vergangene Woche die Plattform www.toggenburgshop.ch im Testbetrieb. Läden erfassen ihre Produkte, der Verein kümmert sich um Zahlungsabwicklung, Logistik und Auslieferung. «Es ist eine Chance für Kleinbetriebe», so Müller.

Wie gewohnt einkaufen

Für die Geschäfte entfällt mit dem Projekt der Aufwand, selbst einen Online-Shop inklusive Lieferkette zu betreiben. Und umgekehrt erhält die Toggenburger Bevölkerung die Möglichkeit, weiterhin lokal und in den gewohnten Läden einzukaufen, statt auf die zunehmend überlasteten Angebote der Grossverteiler auswei OP chen zu müssen. «Nun müssen möglichst alle Ladenbesitzer mit an Boot geholt werden», sagt Mathias Müller.

Entstanden ist die Idee auf Initiative von Ivan Louis, Adrian Brügger und Mathias Müller. Ein siebenköpfiges, ehrenamtliches Projektteam arbeitet laut Müller seit einer Woche unter Hochdruck an der Lancierung des Online-Shops. Mit den Gewerbevereinen der zwölf Toggenburger Gemeinden und grösseren Anbietern, die bereits eigene Lieferdienste betreiben, sei er Verein in Kontakt. Neben Lebensmitteln wie Fleisch, Brot und Milch sollen auch Geschenkartikel, Gutscheine, Haushaltsartikel, Spielzeug, Blumen, Kleidung und vieles mehr das digitale Angebot ausmachen.

Krise als Chance

Finanziert wird das Projekt durch Spenden und Umsatzentschädigungen, für die Kunden sollen keine Zusatzkosten entstehen. Für die Produkteverteilung richtet der Verein zentrale Standorte ein, vorerst in der Lichtensteiger Kalberhalle und im alten Raiffeisengebäude in Neu St. Johann, von wo aus die Feinverteilung erfolgt. Toggenburgshop.ch mag in der Krise entstanden sein, soll aber langfristig als eCommerce-Plattform fürs gesamte Tal dienen. «Wir erhoffen uns davon auch einen Innovationsschub», erklärt Mathias Müller. Viele Geschäfte würden sich mit dem digitalen Wandel noch immer schwer tun. Jetzt böte es sich an, das Tal in einem Ruck vorwärts zu bringen.

Ähnliche Beiträge

Der Verein Ostwärts verwendet Cookies, um dir den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn du auf der Seite weitersurfst, stimmst du der Cookie-Nutzung zu.

Ich stimme zu.

Bitte benutzen Sie einen moderneren Browser