Der Wilde Osten

Was Unternehmen krisenfest macht

Covid-19 hat vielen Unternehmen drastisch vor Augen geführt, was es heisst, fit für eine Krise zu sein – oder eben nicht. Während zahlreiche in Schwierigkeiten geraten sind, ist es anderen gut gelungen, sich zu behaupten. Was haben diese Firmen anders gemacht? Der 12. Unternehmensspiegel Ostschweiz an der OST Ostschweizer Fachhochschule spürte dieser Frage nach.

«Die Zeit aktuell ist nicht die schönste, aber es ist die einzige, die wir momentan haben.» Mit diesem Satz leitete Marion Pester, Leiterin Departement Wirtschaft, am 2. März den 12. Unternehmensspiegel Ostschweiz in St.Gallen ein. Aus dem Pfalzkeller heraus ging es beim coronabedingt online gestreamten Anlass darum, was «unternehmerische Resilienz» bedeutet. Im Fokus stand dabei die Frage, welche Eigenschaften krisenfeste Unternehmen ausmachen und wie die rund 200 online zugeschalteten Teilnehmer von den Erfahrungen anderer Unternehmen profitieren können, die sich in der Coronakrise resilient gezeigt haben.

Flexibel reagieren ist nur ein Teil der Resilienz
Welche Merkmale und Eigenschaften ein Unternehmen widerstandsfähig machen, zeigten Wilfried Lux und Sabine Pallas (Bild) vom IFU Institut für Unternehmensführung der OST auf. Dabei unterschieden sie zwischen aktiven und passiven Merkmalen.

Zu den aktiven zählen Flexibilität, Schnelligkeit und Elastizität, während Redundanz und Vernetzung passive Merkmale darstellen. Flexibilität steht dabei beispielsweise für die Umstellung von analogen auf digitale Vertriebskanäle, Schnelligkeit für die Zeit, die dafür benötigt wird. Die Elastizität wiederum definiert, wie gut sich ein Unternehmen in Krisenzeiten auf seine Kernbereiche zurückziehen und den Betrieb und damit die Kosten herunterfahren kann.

Bei den passiven Merkmalen Redundanz und Vernetzung/Autarkie spielt die Vorbereitung eine grosse Rolle:  «Die passiven Eigenschaften muss man aufbauen, bevor Krisen passieren. Wenn man bereits mitten in der Krise ist, sollte man sich auf die aktiven Merkmale konzentrieren», so Pallas. Das Merkmal Redundanz erstrecke sich in Unternehmen auf verschiedenste Bereiche; im Grundsatz geht es laut Lux darum, sich nicht nur auf einen Mitarbeiter mit kritischem Know-how zu verlassen, Backup-Optionen bei den IT-Systemen zu haben oder beispielweise nicht nur auf eine Kunden-Branche oder nur auf einen Lieferanten zu setzen. Beim Resilienzmerkmal Vernetzung/Autarkie ist gemeint, die richtige Balance zwischen einem Partnernetzwerk und der Unabhängigkeit von anderen zu finden. Im Grunde gehe es darum, in Krisenzeiten auch in Bereichen möglichst autark funktionieren zu können, die in guten Zeiten das Partnernetzwerk übernimmt.

«Wettbewerbsfähigkeit oder Resilienz?»
In der Fragerunde nach dem Inputreferat meldeten sich die Teilnehmer des Unternehmensspiegel mit Rückfragen zu Wort. Ein Teilnehmer wollte beispielsweise wissen, ob Pallas und Lux die Wettbewerbsfähigkeit oder die Resilienz als wichtiger für ein Unternehmen einschätzen. Lux sah darin keinen Widerspruch: «Resilienz ist Teil der Wettbewerbsfähigkeit und kein Gegenspieler. Für Investitionen in die Resilienz muss man als Unternehmen vielleicht zeitweise zulasten des Profits handeln. Die Investition lohnt sich jedoch spätestens, wenn ein Unternehmen eine Krise überstehen muss.»

In der anschliessenden Podumsdiskussion mit Moderator Roland Waibel gaben Kuoni und das Café Gschwend aus St.Gallen spannende Einblicke, wie sie bisher mit der Coronakrise umgegangen sind und welche Massnahmen wie gut geholfen haben.

Am 16. März findet der zweite Teil des Unternehmensspiegel Ostschweiz in Teufen AR statt und wird ebenfalls online gestreamt. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

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