Bühler Group

Kinder und Karriere – ist das überhaupt vereinbar?

«Wenn man kleine Kinder und Karriere unter einen Hut bringen möchte, heisst das Kompromisse einzugehen und Wege zu finden, bei dem sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermassen entgegenkommen», so Julia Schiess, die in leitender Position im Bereich Entwicklung des globalen Kundenservices der Bühler Group tätig ist und Mama zwei kleiner Jungs ist.

Das 70-Prozent-Pensum, in dem Schiess seit der Geburt ihres ersten Sohnes vor vier Jahren bei Bühler arbeitet, gibt ihr die Befriedigung, die sie an ihren Beruf stellt. Es gibt zwar in der aktuellen Lebenssituation nur wenig Zeit für Hobbies, doch sowohl Familie als auch Beruf sind wichtige Teile ihres Lebens, worauf sie nicht verzichten möchte. Ihre beiden Kinder, die eineinhalb und vier Jahre alt sind, werden während der drei Tage, in denen sie ausser Haus arbeitet, in einer Kindertagesstätte betreut. Ihr übriges Pensum kann sich Schiess flexibel einteilen. Ob das bedeutet, dass sie ab und an abends von Zuhause aus noch E-Mails beantwortet oder an einem ihrer fixen Arbeitstage mal etwas länger im Büro bleibt – das kann sie sich frei einteilen.

Um nicht ständig mehr als 70 Prozent zu arbeiten, braucht es zwar manchmal Selbstdisziplin, doch meistens gelingt es mir. Ein höheres Pensum hätte ich als Mama zweier Kinder nicht gewollt.

Julia Schiess

Ihr Ehemann, der 100 Prozent arbeitet und ebenfalls in einer leitenden Funktion in der Chemiebranche tätig ist, konnte zwar sein Pensum nicht reduzieren, jedoch hat auch er die Möglichkeit zu unterstützen, wenn ein Kind krank ist oder sonst etwas Unerwartetes dazwischenkommt.

Bei Bühler ist die Haltung seitens Arbeitgeber klar:

Wir schauen jeden Fall individuell an. Unsere Grundhaltung sieht so aus, dass jede Stelle auch mit einem 80-Prozent-Pensum besetzt werden kann – und egal ob von einer Frau oder einem Mann.

Christina Niederer
HR-Managerin
Bühler Group

Auch flexible Arbeitszeiten sowie mobiles Arbeiten sind Niederer wichtig. Damit haben Arbeitnehmende die Möglichkeit, ihren Arbeitsalltag so zu gestalten, dass er mit ihrem Familienleben vereinbar ist.

Auch Beat Stark, der Vater von vier Kindern zwischen eineinhalb und sieben Jahren ist, arbeitet in einem 80-Prozent-Pensum bei der Bühler AG. «Ich wollte einfach mehr Zeit mit meinen Kindern haben und meiner Frau ermöglichen, dass auch sie mit einem guten Gefühl einer Tätigkeit ausser Haus nachkommen kann.» Von Freunden und Arbeitskollegen wird ihm meist viel Anerkennung entgegen gebracht, dass er sich mit seiner Frau für dieses Modell entschieden hat. Starks Frau arbeitet 30% ausser Haus in einer verantwortungsvollen HR-Funktion. Ein Tag in der Woche betreut somit fix der Vater die vier Kinder. «Es ist zwar ein enormer Koordinationsaufwand, wenn ich einen Tag in der Woche die Kinderbetreuung übernehme, aber trotzdem genau Bescheid wissen muss, was in den restlichen vier Tag gelaufen ist. Jedoch ist es ein gutes Gefühl, allein mit den Kindern klar zu kommen und zu verstehen, welche Herausforderungen meine Frau als Mutter die anderen vier Tage zu bewältigen hat.» Laut Stark ist sein Teilzeitpensum sicherlich kein Vorteil für die Karriere. Ob es ein Nachteil ist, kann er nicht abschliessend beurteilen.

Die acht Stunden, die ich seit knapp einem Jahr nun wöchentlich weniger arbeite, fehlen auf eine Art. Doch ein gutes Team und eine grosse Firma schafft es sicherlich, einiges aufzufangen.

Beat Stark

Auf den Tag mit den Kindern würde er trotzdem ungern verzichten. Die Aufteilung von vier statt fünf Arbeitstagen ausser Haus würde – seiner Meinung nach – viele Mitarbeitende zufriedener machen. Die Freitage, an denen Stark jeweils die Kinderbetreuung übernimmt und den Haushalt schmeisst, sind aber längst keine Freizeit. Deshalb kommt er auch kaum in Versuchung, an diesem Tag für Bühler zu arbeiten – was für ihn aber durchaus positiv ist. «Die Abmachung mit meinem Arbeitgeber ist aber, dass ich in dringenden Fällen auch freitags erreichbar bin. Mir wird – handkehrum – aber viel Verständnis und Unterstützung von meinem Vorgesetzten entgegengebracht, wenn ich mal früher gehen oder die Kinderbetreuung an einem anderen Tag übernehmen muss», so Stark.

Er ist überzeugt, dass vor allem in der Privatwirtschaft noch ein grosses Umdenken nötig ist.

Schlussendlich ist wichtig, dass zwischen Arbeitnehmer und -geber Platz für einen offenen Austausch ist, wo es auch einfach daran liegt, zu fragen, wie die Möglichkeiten aussehen und wie konstruktive Lösungen gemeinsam ausgearbeitet werden können.

Beat Stark

Auch für Julia Schiess ist es ein Geben und Nehmen zwischen Arbeitnehmer und -geber. Von beiden Seiten ist eine gewisse Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefordert. Zeitweise stellt sie das zwar – mit dem fehlenden Fremdbetreuungsangebot zu Feierabend- und Wochenendzeiten, auf das Familie Schiess zurückgreifen muss, da sie keine Grosseltern in der Nähe haben, die spontan auf die Kinder aufpassen können – vor eine koordinatorische Herausforderung. «Ich würde mir wünschen, dass es mehr professionelle flexible Betreuungsmöglichkeiten in der Umgebung gäbe», meint Schiess. Zwar sind ihre Kinder gut versorgt in der Kindertagesstätte, doch sobald sie einmal etwas länger arbeiten muss am Abend oder sie spontan beruflich für ein paar Tage verreisen muss, wird es schwierig mit der Organisation. «Ich würde mir in der Umgebung erweiterte Betreuungsmöglichkeiten wünschen, z.B. mit längeren Öffnungszeiten oder sogar Übernachtungsmöglichkeit oder ein Ort, an dem Mama oder Papa am Mittag mit den Kindern essen gehen können und dann wieder zur Arbeit bzw. das Kind wieder in den Kindergarten.»

Die Bühler Group bietet ihren Mitarbeitenden Kinderkrippenvergünstigungen. Ebenso dauert der Mutterschaftsurlaub 16 statt nur die gesetzlichen 14 Wochen und Männer haben fünf Tage Vaterschaftsurlaub. «Zudem bieten wir mit unseren Partnern Kurse an im Bereich Gesundheit und Stressmanagement. Denn schliesslich sind nur gesunde und zufriedene Arbeitnehmende voll leistungsfähig und bringen so ihren Beitrag zum Firmenerfolg», ergänzt Christina Niederer.

Bühler Group

International tätiger Schweizer Technologiekonzern mit Sitz in Uzwil.

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